Wie alles begann...
Schon zu Beginn meiner 25-jährigen Laufbahn als Lehrer an insgesamt sechs verschiedenen Grund-, Haupt- und Realschulen war es mir ein Anliegen, jeweils eine der letzten Unterrichtsstunden vor den Ferien besonders zu gestalten. Beim Vorlesen aus Büchern besteht die Gefahr, dass ein Teil der Schülerinnen und Schüler die Inhalte bereits kennt - und nichts ist schlimmer, als wenn die Schüler gelangweilt auf der Bank sitzen. So kam ich auf die Idee, Geschichten selbst zu erfinden, um sicher zu sein, dass sie garantiert noch niemand kannte.
Die Hauptdarstellerin der damaligen Storys hieß Monika, und immer wieder wurde ich von Schülern gefragt, wann denn die nächste Monika-Episode auf dem Stundenplan stünde. Die besonderen Stunden vor den Ferienabschnitten waren begehrt. Und so kam eine Geschichte zur andern und es waren am Ende auch Schüler, die mir den Vorschlag machten, ob ich die Monika-Episoden nicht in Buchform veröffentlichen würde, dann könnten sie alles zu Hause in Ruhe immer wieder nachlesen. Nun, die Idee zum ersten Buch war geboren. Ich setzte mich in der Freizeit oder in den Ferien an die mechanische Schreibmaschine (Computer gab es damals noch nicht) und begann zu tippen.

Von der Idee zum Buch
Die Suche nach einem Verlag gestaltete sich schwierig. Absage um Absage schneite herein, immer wurde ein anderer triftiger Grund gefunden, wie: Die Buchinhalte passen nicht ins Verlagsprogramm, oder: Die Inhalte würden schon passen, aber momentan sind leider keine Kapazitäten mehr frei...
Wochen und Monate vergingen. Dann kam plötzlich ein Angebot eines Verlags aus Esslingen (Baden-Württemberg). Der Jubel war groß, ich fuhr dort hin und überbrachte mein Manuskript.
Wieder vergingen Wochen des Wartens und Bangens, der Text wurde damals noch in so-genannte Satzmaschinen getippt, immer wieder kam eine Leseprobe zum Korrekturlesen, weil beim Abtippen eben auch Fehler passieren.
Nachdem ein gutes halbes Jahr vergangen war, machte ich dem Verlagsleiter den Vorschlag, dass ich einen Teil der Buchauflage selbst abkaufen würde, wenn es dann nur schneller auf den Markt käme. Er sagte mir zu, dass es so sein solle und der Verlagsvertrag wurde entsprechend ergänzt.
Doch wieder geschah wochenlang nichts. Weder gab es neue "Druckfahnen" zum Korrekturlesen, noch war von einem Buch etwas zu sehen oder zu hören.
Da habe ich kurzerhand mein Manuskript wieder abgeholt und den Vertrag gekündigt. Alles Warten war umsonst gewesen, die ganze Mühe mit den Korrekturfahnen ebenso. Die Enttäuschung war sehr groß.

Der Eigenbau
Die Enttäuschung schlug um in unternehmerischen Elan. Ein PC hätte damals noch so 6.500 DM (also ca. 3.250 €) gekostet (mit zwei Diskettenlaufwerken, 640 KB (ja, wirklich Kilobyte, nicht Megabyte oder gar Gigabyte!) Hauptspeicher, ohne Festplatte, mit 14 Zoll Monochrome-Monitor (also schwarz-weiß) und einem Universalprogramm für alles Mögliche, das aber nochmals 1.500 DM (ca. 750 Euro) verschlungen hätte). Ein Nadeldrucker (schwarz) war damals für ca. 800 DM zu haben. Ein schwarz-weiß Handscanner mit 10 cm Abtastbreite hätte ebenso viel gekostet wie ein Drucker.
Zur selben Zeit kam der Philips Videowriter auf den Markt. Das Gerät war eine Mischung aus PC und Schreibmaschine. Ein kleiner Monochrome-Bildschirm, auf dem man 14 getippte Zeilen sehen konnte, ein Thermotransfer-Druckwerk mit Farbbändern, einer einzigen Schriftart und einer Schmuckschrift für Großbuchstaben, angeschlossener Tastatur ohne Ziffernblock - und der Spaß kostete seine 2.000 DM! Aber mit diesem "Spaß" war es mir möglich, meine Texte professionell zu erfassen und auf Disketten (1,44 MB) zu speichern. Alles mit Schreibmaschine Getippte wurde noch einmal in den Videowriter eingegeben und ausgedruckt. Diese Druckvorlagen wurden mit ein paar selbst erstellten Zeichnungen versehen und in einer Nürtinger Druckerei in 1.000 Exemplaren gedruckt.
Zu damaliger Zeit (es war im Jahr 1988) gab es noch keinen Digitaldruck, mit dem man auch bei kleinen Auflagen (= wenigen Exemplaren) auf vertretbare Preise für Bücher kommt. Diese Erstauflage meines "Eigenbaus" kostete in etwa so viel wie der oben beschriebene PC samt Programm, Nadeldrucker und Ersatz-Farbbändern gekostet hätte. Mit diesem Buch marschierte ich von Buchhandlung zu Buchhandlung, von einem Geschäft zum andern mit der Frage, ob sie das Werk in ihr Verkaufsprogramm aufnehmen würden. Denn so ganz allein ist es nicht einfach, mal eben 1.000 Bücher zu verkaufen.
Bei dieser Gelegenheit sprach ich auch im Sternberg-Verlag in Metzingen vor. Und dort wurde plötzlich Interesse gezeigt an Monika und ihrer Uhr, mit der man Gegenstände ferngesteuert bewegen konnte. Und damit begann ein weiteres Kapitel in der Geschichte von Antalon, dem fernen Planeten.
Der Sternberg Verlag
Der Verlagsleiter des Sternberg-Verlags in Metzingen gab meine Manuskripte an den hauseigenen Lektor weiter, der sie gehörig in die Mangel nahm und so in etwa die Hälfte aller Inhalte kurzerhand zusammenstrich.
Heraus kamen dann die beiden Bände der Jugendbuchreihe "Die unsichtbare Kraft" mit den Untertiteln "Band 1 - Monika" und "Band 2 - Caron". Der dritte Band sollte "Antalon" heißen, er wurde aber nicht mehr gedruckt. So bleibt dieser Name heute bei der Neuauflage für die gesamte Serie erhalten.
Zwei Bände
Im Frühjahr 1991 kamen die beiden Bücher auf den Markt und von da an hielt ich ca. 30 Autorenlesungen vor jungem bis sehr jungem Publikum, das die Geschichten von Monika und Caron regelrecht verschlang.
Leider entsprach der Verkauf nicht den Vorstellungen des Verlags, so wurde die Buchreihe nach ein paar Jahren eingestellt.
Vier Bücher im Selbstverlag
Im Jahr 2006 bekam ich meine früheren Manuskripte wieder mal in die Hände, die noch jede Menge Inhalte und Ideen hatten, die in den beiden bisherigen Büchern keine Verwendung gefunden hatten. Und da packte mich wieder das Antalon-Fieber und ich beschloss, die ganzen Geschichten zu überarbeiten und zu ergänzen. Da seit 1991 bereits 15 Jahre vergangen waren, war manches, was damals noch Science-Fiction, also Zukunft war, schon Realität geworden. Aus Monika wurde Leonie, ihr Bruder Günther heißt seither Tobias. Nur Caron, der Außerirdische, behielt seinen Namen, irgendwie dachte ich, dass der noch nicht so abgenutzt klang.
Alle herausgestrichenen Inhalte und Begebenheiten hatten wieder ihren Platz in der Serie gefunden, Neues wurde dazu geschrieben, so waren die neuen Bücher auch für die interessant, die die alten Bände schon kannten. An die neuen Namen gewöhnt man sich schnell, so ging es jedenfalls mir bei der Überarbeitung des Stoffes. Ende 2006 erschienen vier Bücher der neuen Antalon Reihe, am 5. Band wurde kräftig gearbeitet. Für die Titelillustrationen und Einbände zeichnete mein Schwager Joachim Haußmann verantwortlich.
Der Pressel Verlag in Remshalden übernahm den Druck und die Weiterverarbeitung der Bücher. Er steuerte jeweils die ISBN und den Barcode bei und versorgte die Landesbibliotheken mit den nötigen Exemplaren. Auch der Eintrag in das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) geschah durch ihn. Die ganze Finanzierung (je 300 Exemplare) lag aber wieder einmal bei mir. Wieder wurde der Buchhandel im Umkreis persönlich versorgt. Die Lokalpresse berichtete. Etwa ein Drittel der jeweiligen Auflage konnte ich an den Mann bringen. Gesundheitliche Probleme ließen es aber nicht mehr zu, auf Lesungen zu gehen. Und dort hatte ich in den Neunzigerjahren die meisten Bücher verkauft. Aus Platzmangel verschenkte ich letztendlich die restlichen Bücher an ein Jugendhaus.
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